Steuerliche Änderungen: Die nächste Bundesregierung?

Die nächste Bundesregierung wird voraussichtlich zahlreiche steuerliche Änderungen 2025 in Deutschland auf den Weg bringen, die Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen betreffen. Erste Einblicke liefert das Sondierungspapier von CDU, CSU und SPD vom 8. März 2025. Es enthält Reformpläne zur Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Energiekosten und Digitalisierung. Auch eine Entlastung für die Gastronomie sowie steuerliche Anreize für E-Autos sind vorgesehen. Was bedeuten die steuerlichen Änderungen 2025 in Deutschland konkret für Gründer, Mittelstand und Arbeitnehmer?

Unsere Kanzlei in Erlangen analysiert die steuerlichen Änderungen 2025 in Deutschland aus steuerrechtlicher Sicht und zeigt konkrete Auswirkungen.
Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

Symbolbild zu steuerlichen Änderungen 2025: Entlastungen für Unternehmen, Senkung der Stromsteuer und digitale Verwaltungsreformen.
Steuerrecht 2025

1. Entlastung bei der Einkommensteuer und neue Anreize für Arbeit

Ein Kernpunkt der Reform ist die Entlastung der Mittelschicht durch eine Anpassung der Einkommensteuer. Zwar fehlen im Sondierungspapier detaillierte Angaben zur Umsetzung, doch das Ziel ist klar: Mehr Netto vom Brutto für breite Bevölkerungsschichten.

Zusätzlich sollen Zuschläge für Mehrarbeit steuerfrei gestellt werden – allerdings nur, wenn sie über die reguläre Vollzeitarbeit hinausgehen. Dabei gelten 34 Stunden pro Woche als Maßstab für tariflich geregelte Arbeitszeiten, während bei nicht tarifgebundenen Beschäftigungsverhältnissen 40 Stunden pro Woche angesetzt werden.

Eine weitere Neuerung betrifft Teilzeitkräfte: Unternehmen, die eine Prämie für die Ausweitung der Arbeitszeit zahlen, sollen dafür eine steuerliche Begünstigung erhalten. Damit will die Regierung Anreize schaffen, um mehr Menschen zu einer längeren Erwerbstätigkeit zu motivieren – Missbrauch soll jedoch ausgeschlossen werden.

2. Gastronomie: Dauerhaft 7 % Umsatzsteuer auf Speisen

Eine Maßnahme, die viele Gastronomen begrüßen dürften: Die Umsatzsteuer auf Speisen bleibt dauerhaft bei 7 %. Ursprünglich als Corona-Hilfsmaßnahme eingeführt, wäre der reduzierte Satz Ende 2023 ausgelaufen. Die neue Regelung soll nicht nur Gastronomen entlasten, sondern auch die Preise für Verbraucher stabil halten.

3. Senkung der Stromsteuer und stabile Energiekosten

Angesichts steigender Energiepreise sieht das Sondierungspapier eine Reduzierung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß vor. Dies soll eine sofortige Entlastung von mindestens fünf Cent pro kWh bringen. Zusätzlich wird die Hälfte der Übertragungsnetzentgelte gestrichen, um Unternehmen und Haushalte weiter zu entlasten.

Die Pläne beinhalten zudem eine Ausweitung der Strompreiskompensation auf energieintensive Branchen. Ziel ist es, den Netzausbau zu beschleunigen und langfristig international wettbewerbsfähige Energiekosten zu gewährleisten.

4. Agrardiesel: Rückkehr zur vollständigen Steuerbegünstigung

Landwirte können aufatmen: Die Bundesregierung plant, die Agrardiesel-Rückvergütung wieder vollständig einzuführen. Derzeit beträgt die Steuerbegünstigung nur noch 6,44 Cent pro Liter, ab 2026 wäre sie laut aktueller Rechtslage sogar komplett weggefallen. Die Rückkehr zur vollen Steuervergünstigung soll die landwirtschaftliche Produktion stabilisieren und steigende Betriebskosten abfedern.

5. Neue Kaufprämien für Elektroautos

Um die E-Mobilität wieder attraktiver zu machen, plant die Bundesregierung die Wiedereinführung einer Kaufprämie für Elektroautos. Diese wurde Ende 2023 gestrichen, doch um die Nachfrage weiter anzukurbeln, soll sie nun in überarbeiteter Form zurückkehren.

6. Bürokratieabbau: Weniger Pflichten für Unternehmen

Ein weiterer Punkt betrifft den Bürokratieabbau. Vorgesehen ist die Abschaffung überflüssiger Berichts-, Dokumentations- und Statistikpflichten. Die Regierung orientiert sich hierbei am Vorschlag des Normenkontrollrates, die Bürokratiekosten für Unternehmen um 25 % innerhalb der nächsten vier Jahre zu senken.

7. Digitalisierung der Verwaltung

Die geplanten Digitalisierungsmaßnahmen sollen Behördengänge flächendeckend online ermöglichen. Dafür sollen Datenregister vernetzt, Verwaltungsprozesse automatisiert und ein einheitliches Bürgerkonto eingeführt werden. Ziel ist eine effizientere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen.

Fazit: Wichtige Reformen, aber noch viele offene Fragen

Die geplanten Änderungen bieten in vielen Bereichen echte Erleichterungen für Unternehmen und Privatpersonen. Besonders positiv sind die Steuersenkungen für Mehrarbeit, die dauerhafte Reduzierung der Umsatzsteuer für die Gastronomie und die Senkung der Stromsteuer. Auch die Förderung von E-Autos könnte neue Kaufanreize schaffen.

Allerdings fehlen in einigen Punkten konkrete Umsetzungspläne, insbesondere bei der Einkommensteuerreform. Auch beim Bürokratieabbau bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Maßnahmen wirklich zu einer spürbaren Entlastung führen.

Wenn du wissen willst, wie du dich auf steuerliche Änderungen 2025 in Deutschland vorbereiten kannst, sprich uns an – wir beraten dich gerne.

Inhalt Quelle: Haufe Online

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